Wieso einige Medienhäuser Millionen vom Staat kassierten – und andere von der Beihilfe nichts wussten
Welche Medienhäuser haben Beihilfen von der Regierung bekommen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Chefredakteur Markus Wiegand in kress pro. Er stellt bei seiner Recherche fest, dass sich die Medienwelt in zwei Gruppen teilt: die Wissenden (Foto: Mathias Döpfner) und die Unwissenden.
Im Jahr 2022 beispielsweise legte die deutsche Regierung ein großes Programm auf, um Unternehmen wegen der gestiegenen Energiekosten finanziell unter die Arme zu greifen. Dabei scheint sich die Medienwelt in zwei Gruppen zu teilen. Die Wissenden und die Unwissenden. In erster Gruppe ist Axel Springer zu finden, lässt sich in der Beihilfentransparenzdatenbank der EU nachlesen, die die Hilfen genehmigen musste. Der Konzern erhielt unter der Maßnahme „TCF – Germany – Temporary cost containment of natural gas, heat and electricity price increases“ im vergangenen Jahr 2,6 Millionen Euro. Insgesamt fünf Unternehmensbereiche bekamen Geld, darunter zwei Druckereien.
Man kann Springer nicht vorwerfen, dass das Unternehmen die Gelder mitnimmt. Aus Sicht des Steuerzahlers allerdings ist es unverständlich, dass kerngesunden Firmen Geld nachgeworfen wird. Außerdem fällt insgesamt bei einer Recherche in der Datenbank auf, dass die gut vernetzten Branchengrößen Geld abgerufen haben, während viele Mittelständler offenbar davon nichts wussten.
