Wohlstand für immer – ARD und ZDF: Großzügiges Ruhegeld für Senderchefs
Nicht nur der RBB bietet seinem Spitzenpersonal großzügige Absicherungen nach Ende eines Arbeitsvertrags. Auch bei den anderen Sendern ist sogenanntes Ruhegeld üblich.
https://www.sueddeutsche.de/medien/oeffentlich-rechtliche-ruhegeld-ard-rbb-1.5681563
ARD und ZDF Großzügiges Ruhegeld für Senderchefs
Vielen Führungskräften von ARD und ZDF stehen noch vor der Rente sechsstellige Ruhegelder zu. Sie kosten die Sender Millionen. Manche haben sie darum bereits abgeschafft, aber längst nicht alle, wie eine NDR-Recherche ergab. …
Nach nur einem Tag als Direktor gibt es also schon 8000 Euro monatlich – und das lebenslang. Dies gilt auch, wenn der rbb seinem derzeitigen Direktor nach Ablauf des einen Vertrages keinen weiteren Vertrag anbieten will. Der 53-Jährige hätte dann lebenslang Anspruch auf ein jährliches sechsstelliges Ruhegeld. …
Der rbb teilte auf Anfrage mit, Ruhegeld-Regelungen seien seit 2003 Bestandteil von Verträgen der Geschäftsleitung gewesen. Derzeit enthielten vier Verträge solche Regelungen, also auch der Vertrag der inzwischen freigestellten Juristischen Direktorin. …
Entscheidet der MDR, sich von seiner Intendantin oder einer seiner acht Direktorinnen und Direktoren zu trennen, erhalten diese ihr Gehalt für die Restlaufzeit ihres Vertrages weiter. Anschließend gibt es Ruhegehalt, egal wie alt jemand dann ist.
Das Ruhegehalt gibt es auch dann, wenn ein Vertrag einfach nicht verlängert wird. Anderes Einkommen würde dann zwar angerechnet, sollte es sich hierbei um die gesetzliche Rente handeln, allerdings nur zu 50 Prozent. …
Auch beim Hessischen Rundfunk sind die Ansprüche der Geschäftsleitung komfortabel: Würde der hr-Intendant heute seine Arbeit für den Sender beenden, hätte er Anspruch auf mindestens 220.000 Euro im Jahr. Beim Programmdirektor sind es mehr als 122.000 Euro, beim Betriebsdirektor mehr als 108.000 Euro und für die juristische Direktorin stehen derzeit mehr als 48.000 Euro an jährlichen Versorgungsansprüchen in den Büchern.
Je länger die vier für den Sender arbeiten, desto höher werden ihre Versorgungsansprüche: Zwischen 93 Prozent und 100 Prozent der ursprünglichen Vergütung könnten maximal zusammenkommen. …
Auch im ZDF erhalten der Intendant und alle fünf Direktoren ein Ruhegeld, sollte ihr Vertrag enden oder nicht verlängert werden und die Rente noch in weiter Ferne sein – und das sogar lebenslang. Die Details teilt der Sender mit Verweis auf den Datenschutz nicht mit. …
Der SWR teilt auf NDR-Anfrage mit, in einem laufenden Dienstvertrag und in einem Dienstvertrag eines ehemaligen Mitglieds der Geschäftsleitung seien Zusagen vor Renteneintrittsalter enthalten. Jedoch würden derartige Zusagen im SWR schon seit einigen Jahren nicht mehr gegeben.
Beim Bayerischen Rundfunk hat man sich nach eigenen Angaben bereits seit 15 Jahren von Ruhegeldzahlungen verabschiedet. Auch der WDR erklärte auf NDR-Anfrage, Ruhegeld-Regelungen seien zwar früher üblich gewesen. Man habe das aber vor zehn Jahren geändert. Seitdem führt der WDR auch für seine Führungskräfte Beiträge in eine Pensionskasse ab, falls diese vorher nicht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gearbeitet haben, oder bildet Pensionsrückstellungen, wenn das der Fall ist. …
Der Saarländische Rundfunk hat für seine Führungsspitze keine derartigen Regelungen, ebensowenig wie das Deutschlandradio. Was die Versorgung ihrer Führungsspitze betrifft, gehen die Öffentlich-Rechtlichen Sender in Deutschland unterschiedlich transparent mit dem Thema um. Viele nennen konkrete Namen und Summen in ihren Geschäftsberichten oder auf ihren Webseiten, andere weisen die Ansprüche nur sehr versteckt oder gar nicht aus.
https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/oeffentlich-rechtliche-ruhegelder-101.html
Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es nicht nur Betriebsrenten. Spitzenfunktionäre einiger Sender haben vor der Rente Anspruch auf „Ruhegeld“, wenn ihr Vertrag endet. Beim RBB gilt das nach nur einem Tag Arbeit.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/chefs-von-ard-und-zdf-bekommen-hohes-ruhegeld-18413392.html
Ruhegeld ist eine Zahlung, die nach der Amtszeit fließt, auch wenn ein Mitarbeiter noch nicht im Rentenalter ist. Mit dem Renteneintritt verrechnen einige Sender das Ruhegeld mit der Altersversorgung, andere nicht. …. Und wie nun eine Umfrage des NDR-Rechercheteams ergab, sind Ruhegelder in den öffentlich-rechtlichen Senderspitzen nicht unüblich. Mit sechsstelligen Summen sichern sie Intendanten und Direktoren für den Fall ab, dass ihre Verträge vor dem Eintritt ins Rentenalter nicht verlängert werden, oft lebenslang. …
https://www.sueddeutsche.de/medien/oeffentlich-rechtliche-ruhegeld-ard-rbb-1.5681563
