Zahl der Toten an innerdeutscher Grenze vermutlich falsch
Studie macht Täter zum Teil zu Opfern – Zahl der Toten an innerdeutscher Grenze vermutlich falsch
327 Todesopfer soll es an der innerdeutschen Grenze gegeben haben – so eine von der Bundesregierung geförderte Studie. Doch nach rbb-Recherchen ist diese Zahl nicht korrekt. In der Studie werden sogar Täter zu Opfern gemacht. Von Gabi Probst
Von 1949 bis 1989 trennte die innerdeutsche Grenze die beiden deutschen Staaten. Die Zahl der Opfer des Grenzregimes blieb lange unklar. Nach einer Studie der Bundesregierung waren 327 Menschen Opfer des Grenzregimes der DDR. Doch diese Zahl ist nach Recherchen des rbb nicht belastbar. Denn in der Untersuchung werden von den Autoren sogar Täter zu Opfern gemacht.
In Auftrag gegeben wurde die 650.000 Euro teure Studie 2012 von Kulturstaatsminister Bernd Neumann. 2017 stellt seine Nachfolgerin, Monika Grütters, das Handbuch vor, gemeinsam mit den Autoren Klaus Schroeder und Jochen Staadt vom Forschungsverbund SED Staat der Freien Universität. „Es ist eine valide Zahl, die wir jetzt ermittelt haben“, sagte Staadt bei der Präsentation. Die Zahl von 327 Opfern des DDR-Grenzregimes ging danach um die Welt.
