Cancel-Culture im NDR
Innerhalb des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hat sich in den vergangenen Monaten ein interner Konflikt um das Format „Klar“ und die Moderatorin Julia Ruhs entwickelt. Laut Welt tobt nun seit Monaten innerhalb des NDR ein „erbittert geführter Kampf um redaktionelle Freiheit und das journalistische Programm“. In einem offenen Brief hätten sich fast 250 Mitarbeiter des Senders von „Klar“ distanziert. Angeblich verletze die Sendung über Migration eine Reihe von Grundsätzen journalistischer Arbeit und komme dem öffentlich-rechtlichen Auftrag gemäß NDR-Staatsvertrag nicht nach.
Im NDR-Staatsvertrag wird hingegen eindeutig formuliert, dass das Angebot nicht einseitig einer Partei oder Gruppe, einer Interessengemeinschaft, einem Bekenntnis oder einer Weltanschauung dient. Wenn ein kritisches Format im Programm-Portfolio des NDR die Empörung zahlreicher Kollegen hervorruft, dann liegt das Problem nicht im Format, sondern in einer offensichtlich politisch stramm links orientierten Belegschaft, die Gefallen am Übel dieser Zeit – der Cancel-Culture – findet. Vielleicht sollte der NDR bei seiner Personalpolitik künftig auf eine Ausgewogenheit achten, die dem politischen Spektrum der Gesellschaft entspricht. Auf diese Weise würde die Berichterstattung themenübergreifend den Lebenswirklichkeiten der Bevölkerung Rechnung tragen.
Verhaltenskodex: https://www.ndr.de/der_ndr/unternehmen/organisation/verhaltenskodex101.pdf
Gestern hat der NDR auf der Unternehmens-Webseite „Fragen und Antworten zur Zukunft des NDR Formats KLAR“ veröffentlicht. Michael Hanfeld nennt es in seinem Kommentar auf der FAZ-Medienseite „ein rhetorisches Kunststück, das ins Lehrbuch des uneigentlichen Sprechens gehört“.
Welche internen Diskussionen gab es im Zusammenhang mit der Moderation?
Der NDR fördert eine offene Diskussionskultur, der interne Austausch wird vertraulich behandelt.
