18 Millionen Euro Verlust: RBB gibt Pläne für „Digitales Medienhaus“ in Berlin auf

18 Millionen Euro Verlust: RBB gibt Pläne für „Digitales Medienhaus“ in Berlin auf

Fehlende Akzeptanz in der Belegschaft, unklare Kostenentwicklung: Der Sender stoppt alle Planungen für das Schlesinger-Projekt. […]

Dorette König, Vorsitzende des Verwaltungsrats, sagte, „die mit dem Bauprojekt verbundenen Zielsetzungen stehen in keinem Verhältnis zu den deutlich gestiegenen Gesamtkosten“. Zudem hätten sich durch veränderte Arbeitsmodelle und technologische Weiterentwicklungen neue Erkenntnisse ergeben, die sich auf die Flächenbedarfe auswirken würden. Ein „Weiter so“ sei nach gründlicher Bewertung aller Risiken „nicht vertretbar“.

Auch Interimskandidatin Katrin Vernau atmete auf: „Wir wenden mit dem Stopp des Projektes eine große Belastung des rbb in der Zukunft ab. Es ist anders als in anderen Sendern nie gelungen, durch die Baupläne auch Aufbruchstimmung im rbb zu erzeugen, im Gegenteil.“ […] Zu den Fakten des 2020 gestarteten Projektes teilte der Sender mit: „Bei der nun erstmals vorgenommenen Vollkostenbetrachtung summierten sich die zu erwartenden Kosten auf insgesamt 311 Millionen Euro.“

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/rbb-gibt-digitales-medienhaus-auf-18-millionen-euro-verlust-8954221.html

Angesichts der schwierigen Finanzlage des Senders sei das Medienhaus nicht mehr finanzierbar. Bereits Ende November gab es Medienberichte, denen zufolge der Bau des Medienhauses gestoppt werden soll.

In einem neuen Bericht von Business Insider hieß es, dass der RBB intern seitdem analysiert habe, ob sich ein Weiterbau tatsächlich noch lohne. Im RBB selbst sei das Vorhaben besonders umstritten. Die Beendigung des Baus könnte die Gebührenzahler Millionen von Euro kosten, so Business Insider. Im Bericht heißt es weiter: „Laut Berechnung des Experten-Teams belaufen sich bei der Beendigung des Projekts die Kosten für die ‚Wegwerfplanung‘ auf 8,8 Millionen Euro. Diese Summe hat der RBB also für das Digitale Medienhaus in den Sand gesetzt. Mögliche Schadensersatzansprüche sind darin aber bereits einkalkuliert.“

https://www.berliner-zeitung.de/news/rbb-aus-fuer-digitales-medienhaus-li.292982

Das „Digitale Medienhaus“ des RBB sollte durch Kredite finanziert werden. Die Kosten des Vorhabens wurden zunächst mit 65 Millionen Euro angegeben, stiegen dann in der Prognose auf mehr als 200 Millionen Euro. Umstritten war das Projekt auch wegen der Verträge, die der RBB mit Immobilienberatern schloss. […] Der RBB hatte das Bauprojekt 2020 mit einem Architekturwettbewerb eingeleitet. […]

Nach dem Stopp des Projekts werde der RBB „rund 32 Millionen Euro in Planungen, Vorbereitungen am Baufeld und Projektarbeit für das Vorhaben investiert haben“. Rund 14 Millionen davon seien „nachhaltig investiert, beispielsweise in das Fernsehzentrum an der Masurenallee oder das große Fernsehstudio A am Kaiserdamm“, die übrigen 18 Mllionen Euro müsse man als Verlust abschreiben. […] „In unseren bereits reduzierten Planungen sind die Verluste beim DMH weitestgehend eingerechnet, so dass wir keine zusätzliche Sparrunde erwarten“, sagte der Leiter der Hauptabteilung Finanzen des RBB, Claus Kerkhoff.

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/rbb-baut-das-digitale-medienhaus-nicht-vernau-blaest-den-luxusbau-ab-18502303.html