Barrierefreiheit in Medienangeboten: Welche Rolle spielt KI?
Öffentlich-rechtliche und private Initiativen für mehr Inklusion
- Inklusive Medienangebote zu schaffen, ist Auftrag und Ziel öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunkveranstalter. Konkrete Regelungen hierzu sind im Medienstaatsvertrag, EU-Richtlinien und deutschen Gesetzen festgeschrieben.
- In den letzten Jahren wurden Untertitelung, Audiodeskription und Gebärdensprache in audiovisuellen Angeboten ausgebaut, auch Webseiten und Social Media werden inklusiver.
- Inhalte in Leichter Sprache für Menschen mit unterschiedlichen Handicaps und Behinderungen rücken verstärkt in den Fokus von Medienanbietern.
- Künstliche Intelligenz wird teilweise für das Erstellen barrierefreier Angebote verwendet, in Redaktionen machte man bislang damit unterschiedliche Erfahrungen. Es muss unter anderem die aktuell hohe Fehleranfälligkeit von KI-Tools berücksichtigt werden.
In Deutschland lebten zum Zeitpunkt der letzten Erhebung des Statistischen Bundesamts Ende 2023 rund 7,9 Mio. Schwerbehinderte. Da unsere Gesellschaft zunehmend älter wird, wird diese Zahl vermutlich künftig weiter steigen. Unter den Betroffenen sind unter anderem Personen mit Hör- oder Sehbehinderungen oder kognitiven Einschränkungen, die sich erschwerend auf die Mediennutzung auswirken können. Auch funktionelle Analphabeten – hierzu zählt rund jede siebte erwachsene Person – und Menschen mit geringen Sprach- oder Deutschkenntnissen sind auf barrierefreie Medienangebote angewiesen.
Am 24. Februar 2026 verabschiedeten die Intendantinnen und Intendanten der ARD einen Maßnahmenkatalog für mehr Barrierefreiheit in ihren Rundfunk- und Onlineangeboten, der fortan bis 2028 gilt. Der Katalog regelt, auf welche Projekte sich der Senderverbund in diesem Zeitraum konzentriert und in welchem Umfang hierfür finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Dieses Beispiel für konkret formulierte Ziele belegt, dass Barrierefreiheit im Mediensektor ein bedeutsames Thema ist, aber nach wie vor Entwicklungspotenzial und -bedarf besteht.
Im vorliegenden Beitrag wird diskutiert, inwiefern Barrierefreiheit zum gesellschaftlichen Mehrwert (Public Value) von Medienangeboten beiträgt und für welche Medienangebote derzeit welche Regularien hinsichtlich des Themas Barrierefreiheit gelten. Es wird analysiert, welche Konzepte und Tools für den Abbau von Barrieren mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) optimiert oder neugestaltet werden können und welche Fragen sich hierbei ergeben.
