Chefposten beim RBB: Im Rennen sind nur noch drei Frauen
Chefposten beim RBB: Im Rennen sind nur noch drei Frauen
Am Donnerstag stellen sich die Kandidatinnen für die Intendantenstelle dem RBB-Rundfunkrat des Senders vor – nur eine von ihnen kommt aus der ARD.
Am kommenden Donnerstag stellen sich die Bewerberinnen für den Chefposten beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) dem Rundfunkrat des Senders vor. Von den insgesamt rund 50 Bewerbungen hat die Findungskommission nach Informationen der Berliner Zeitungen drei Frauen eingeladen: Die ehemalige Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer, die Kulturwissenschaftlerin Heide Baumann sowie die Chefredakteurin Digitales von ARD-aktuell, Juliane Leopold.
Kandidatinnen für die Wahl der rbb-Intendantin stehen fest
Eine Findungskommission bestehend aus den Vorsitzenden des Rundfunkrates, des Verwaltungsrates, des Haushalts- und Finanzausschusses, des Programmausschusses, sowie je einer Vertreterin des Personalrates und der Freien Mitarbeitenden im rbb, hatte im Vorfeld aus 50 eingegangenen Bewerbungen in einem mehrstufigen Verfahren drei Bewerberinnen ausgewählt, die sich dem Rundfunkrat nun zur Wahl stellen. Bis zum 30. April konnten sich alle Interessierten auf die ausgeschriebene Stelle bewerben. Die drei Kandidatinnen sind: Dr. Heide Baumann, Ulrike Demmer und Juliane Leopold.
Ulrike Demmer (50) ist in Solingen geboren, studierte Rechtswissenschaften in Bonn und Berlin und arbeitete u.a. für das ZDF, den Spiegel und radioeins vom rbb. Von 2016 bis 2021 war sie stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung.
Dr. Heide Baumann (50) stammt aus Säckingen, studierte an der TU Berlin (MA, Diplom-Medienberater) und an der Universty of Cambridge (PhD, Doctor of Philosophy). Sie arbeitete u. a. für Microsoft Deutschland als Chief Transformation Officer. Zuletzt war sie Mitglied der Geschäftsführung von Vodafone Deutschland.
Juliane Leopold (40), ist in Halle (Saale) geboren, studierte in Berlin Publizistik und Kommunikationswissenschaften und arbeitete u.a. für die Neue Zürcher Zeitung und Die Zeit. Seit 2019 ist sie Chefredakteurin Digitales von ARD-aktuell.
Oliver Bürgel, Vorsitzender des rbb-Rundfunkrates und der Wahl- und Findungskommission sagte zur Auswahl der Kandidatinnen: „Es gab ein klares, demokratisches und transparentes Verfahren, das durch die Einbeziehung von Personalrat und Freienvertretung von Beginn an eine unmittelbare Beteiligung der Beschäftigten garantierte. Wir haben in der Findungskommission die eingegangenen Bewerbungen gesichtet und diskutiert. Grundlage waren dabei die in der Stellenausschreibung genannten Qualifikationen und Kriterien. Zu diesen Kriterien gehörten u. a. Budgetverantwortung, Führungsverantwortung, Brandenburg/Berlin-Bezug, Vision über die Zukunft des rbb und Wissen um Veränderungsprozesse. Nun können wir dem Rundfunkrat drei hochqualifizierte Bewerberinnen präsentieren, die einen sehr unterschiedlichen beruflichen Hintergrund haben und damit auch jeweils sehr unterschiedliche Impulse für den rbb setzen können.“
https://www.presseportal.de/pm/51580/5525980
Unklar bleibt bislang weiterhin, ob die derzeitige Interims-Intendantin Katrin Vernau noch als Kandidatin ins Rennen kommt. Sie bewarb sich selbst nicht im offiziellen Bewerbungsverfahren, ließ aber über Interviews und öffentliche Aussagen durchblicken, dass sie den Job weitermachen würde.
Im Rundfunkrat wird erwartet, dass Vernau spätestens am 14. Juni als Kandidatin benannt wird. Wer sie in die finale Runde begleitet, entscheidet das Gremium am Donnerstag.
Weder der Rundfunkrat noch dessen Vorsitzender Bürgel äußern sich in einer entsprechenden Pressemitteilung zur aktuellen Interims-Intendantin Katrin Vernau. Die hatte sich zwar nicht offiziell beworben, machte aber keinen Hehl daraus, gerne weiter im Amt bleiben zu wollen. Ihre Rolle bei der kommenden Wahl ist unklar. Eine kurzfristige Anfrage von DWDL.de beim RBB-Rundfunkrat über eine mögliche Nachnominierung Vernaus ist aktuell ebenso noch unbeantwortet wie eine Anfrage beim RBB bezüglich der Ambitionen von Katrin Vernau. Angesichts dessen, dass Oliver Bürgel nun aber explizit das „demokratische und transparente Verfahren“ betont, wird es zunehmend unwahrscheinlich, dass es Vernau doch noch auf die Wahlliste schafft.
https://www.dwdl.de/nachrichten/93304/demmer_baumann_und_leopold_wollen_rbbintendantin_werden/
