Sanierungen beim Deutschlandradio kosten mehr als einen Jahresetat

Sanierungen beim Deutschlandradio kosten mehr als einen Jahresetat

Beim Deutschlandradio wird die Sanierung des Funkhauses in Köln deutlich teurer als erwartet. Die Kosten erhöhen sich um 100,1 Millionen Euro, wie es im Entwurf des 24. Berichts der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) heißt, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt.

Auf Basis von Zahlen des Deutschlandradios beziffert die KEF die gesamten Sanierungskosten am Kölner Funkhaus bis 2036 auf insgesamt 288,7 Millionen Euro. Im Jahr 2019 hatte das Deutschlandradio auf Basis eines damaligen Sanierungskonzepts mit Ausgaben von insgesamt 188,6 Millionen Euro für die Arbeiten kalkuliert, die 2034 und damit zwei Jahre früher abgeschlossen werden sollten. Die nun insgesamt angesetzten Sanierungskosten von knapp 289 Millionen Euro entsprechen dem Budget der Hörfunkanstalt im Jahr 2023. […]

Sanierungsarbeiten laufen außerdem am Berliner Standort des Deutschlandradios, zu dem insgesamt vier Gebäudeteile gehören, von denen drei unter Denkmalschutz stehen. Dort schlagen nach Angaben der KEF die Sanierungskosten bis zum Jahr 2036 mit 67,6 Millionen Euro zu Buche. Insgesamt werden sich damit die Ausgaben für die Sanierung der Deutschlandradio-Funkhäuser auf 356,3 Millionen Euro belaufen. […]

Die Funkhäuser in Köln und Berlin erfüllten „nicht nur einen funktionalen Zweck als Büro- und Studioflächen“, sie seien „auch architekturgeschichtlich relevant und mit der deutsch-deutschen Geschichte und der Rundfunkhistorie in Deutschland eng verknüpft“, so das Deutschlandradio.

Dem Verwaltungsrat des Deutschlandradios ist die Kostensteigerung bei der Funkhaussanierung in Köln um 100 Millionen Euro seit Juni bekannt. Darüber sei der Verwaltungsrat damals informiert worden, erklärte der Deutschlandradio-Verwaltungsratsvorsitzende Tom Buhrow auf epd-Nachfrage. Der Verwaltungsrat habe „die Kostensteigerung in der Sitzung am 6. Juni 2023 kritisch hinterfragt“, sagte Buhrow, der auch Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR) ist.

https://www.epd.de/fachdienst/medien/startseite

Hinweis: 19. Sitzung des Deutschlandradio-Verwaltungsrates (VI. Amtsperiode), 6. Juni 2023

In seinem mündlichen Bericht informierte der Intendant die Mitglieder des Verwaltungsrates über Vorgänge von besonderer Bedeutung. Dazu gehörten besondere Leistungen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement, eine Marktsondierung zur Findung neuer Wirtschaftsprüfer, sowie Preise, die die Programme von Deutschlandradio in jüngerer Zeit erhalten haben.

Darüber hinaus befasste sich das Gremium intensiv mit der endgültigen Anmeldung zum 24. KEF-Bericht von Deutschlandradio, dem Bericht der Revision für das Jahr 2022, der Kostenentwicklung beider Kantinen, sowie einer vom Hörfunkrat angestrebten Änderung der Deutschlandradio-Satzung.

https://bilder.deutschlandfunk.de/10/a8/c8/31/10a8c831-fd44-4424-ada3-d2973a11ce50/downloads-220.pdf