USA planen kürzere Journalistenvisa: Deutsche Sender bitten Merz um Hilfe
Die USA planen, Journalistenvisa zu verkürzen. Fünf deutsche Medienunternehmen hoffen nun auf Unterstützung der Bundesregierung.
Beteiligt an dem gemeinsamen Schreiben sind ARD, Deutschlandradio, ProSiebenSat.1, RTL Deutschland und das ZDF. Nach Ankündigungen der Trump-Regierung könnten Journalisten-Visa künftig nur noch für eine Dauer von 240 Tagen ausgestellt werden. Bislang ist für ein sogenanntes I-Visum eine Akkreditierung für bis zu fünf Jahre üblich. Das Vorhaben ist international umstritten und wird als Einschüchterungsversuch gegen kritische Berichterstattung gewertet.
In dem gemeinsamen Appell deutscher Medienunternehmen wird jetzt darauf hingewiesen, dass eine freie „Meinungsbildung auf der Grundlage unvoreingenommener Informationen ein Eckpfeiler unserer Demokratien“ sei. „Deshalb unterhalten die deutschen Sender ein Netzwerk von Büros in allen relevanten Teilen der Welt. Traditionell gehören unsere Büros in Washington und New York zu unseren wichtigsten Vertretungen.“
Die Bundesregierung könne die Initiative der Medienunternehmen unterstützen, indem sie „einen formellen Protest beziehungsweise eine Protestnote auf diplomatischem Wege in Washington platzieren und ihre Irritation über die Entwicklung zum Ausdruck bringen könnte“, heißt es in dem Schreiben.
USA: Ex-US-Botschafter fordert Visum-Entzug für ZDF-Korrespondenten
ZDF stellt sich hinter Elmar Theveßen und betont Pressefreiheit
Das ZDF teilte knapp mit, man nehme die Aussagen zur Kenntnis. „Die Arbeit von Elmar Theveßen ist durch die Pressefreiheit geschützt.“ Sie sei ein hohes Gut, in Deutschland und in den USA.
