Leders Journal: Neue Aufstellung bei der „Tagesschau“

Dietrich Leder: Die beschriebenen Änderungen der „Tagesschau“ sind so minimal, dass sie – wie gesagt – kaum auffielen. Man könnte diese Änderungen harmlos nennen, vergleicht man sie damit, wie international und vor allem von privaten Sendern das Geschäft der Nachrichten personalisiert, durch attraktive Bilder aufgeheizt und in Schlagzeilen pointiert wird. Aber es sind Änderungen, die mit der Begründung der Zugänglichkeit so etwas wie Angleichungen an einen aufgeheizten und hochspekulierenden Medienmarkt vornehmen. Bei jeder dieser Änderungen sollte sich ein öffentlich-rechtlicher Sender die Frage stellen, was mit ihnen gewonnen, aber vor allem was mit ihnen verloren wird. Programmreformen bedeuten im öffentlich-rechtlichen System oft Anpassung an die rein am Profit orientierten Marktaggressoren.

Man könnte diese Änderungen harmlos nennen, vergleicht man sie damit, wie international und vor allem von privaten Sendern das Geschäft der Nachrichten personalisiert, durch attraktive Bilder aufgeheizt und in Schlagzeilen pointiert wird. Aber es sind Änderungen, die mit der Begründung der Zugänglichkeit so etwas wie Angleichungen an einen aufgeheizten und hochspekulierenden Medienmarkt vornehmen. Bei jeder dieser Änderungen sollte sich ein öffentlich-rechtlicher Sender die Frage stellen, was mit ihnen gewonnen, aber vor allem was mit ihnen verloren wird. Programmreformen bedeuten im öffentlich-rechtlichen System oft Anpassung an die rein am Profit orientierten Marktaggressoren.

Dietrich Leder: Doch auch in der „Tagesschau“ findet kein reales Gespräch statt. Es ist deutlich herauszuhören, dass die Frage der Sprecherin allein nach dem entworfen wurde, was die Korrespondentin zu berichten hat. Man könnte auf diese Frage verzichten, denn sie hat keine Funktion, es sei denn, sie solle die Kollegialität der beiden ausdrücken. Diese wird am Ende der Schaltung noch einmal bekräftigt, wenn sich die Sprecherin bei der wie sie festangestellten Kollegin Hassel bedankt, was diese mit einem Lächeln quittiert. Die Kollegialität ist zugleich so etwas wie die Autopromotion des Senders, der hier die Gemeinsamkeit der Mitwirkenden herausstreicht.

Die Autopromotion hat in der „Tagesschau“ stark zugenommen. Keine Ausgabe, die nicht auf Sendungen im Ersten wie in anderen Programmen oder in der Mediathek der ARD hinweist, während früher allein die „Tagesthemen“ des Abends angekündigt wurde.

https://www.filmdienst.de/artikel/74695/leders-journal-neues-bei-der-tagesschau