Ahrtal-Studie: Medienschaffende sollten besser auf Kriseneinsätze vorbereitet werden. Die Kommunikation hat bei der Ahrtal-Flut 2021 versagt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung, die die Rolle der Medien bei der Flutkatastrophe untersucht. Die Autorinnen der Studie empfehlen, Journalisten besser auf Kriseneinsätze vorzubereiten und in die behördliche Krisenkommunikation einzubinden. „Die Flut im Ahrtal 2021 erreichte auch deshalb so katastrophale Ausmaße, weil Medien unzureichend in die Krisen­kommunikation eingebunden wurden“, heißt es in der Kurzfassung der Studie von Marlis Prinzing von der Macromedia Hochschule Köln, Mira Keßler, Ruhr-Universität Bochum, und Melanie Radue von der Universität Passau. Für die Unter­suchung wurden Tiefeninterviews mit …

Die Medien-Kommunikation hat bei der Ahrtal-Flut 2021 versagt Weiterlesen »

Die zweite Runde der französischen Parlamentswahl offenbarte einmal mehr ein eklatantes Versagen vieler der oft nur noch kurzatmig berichtenden, zu tieferer gelassener Analyse kaum noch fähigen (nicht nur) deutschen Medien. In Deutschland dominierte wie gewohnt hysterisierende Berichterstattung: „Wie Emmanuel Macron das Land den Rechtsradikalen ausliefert“ glaubte der Spiegel erklären zu müssen und titelte „Fällt Frankreich?: „Die wahrscheinlichsten Szenarien sind alle gleichermaßen beunruhigend.“ Die Rede ist von „irrationalen Entscheidungen“ und abgehalfterte Berater werden zitiert, die aus der Galerie hinterherrufen, Macron habe sich verkalkuliert. Auf Frankreich könne eine politische Krise zukommen, wie es sie seit 1968 nicht mehr gegeben habe. […] Auch …

Eklatantes Versagen vieler Medien zu den Wahlen in Frankreich Weiterlesen »

Die Trennung von Fakten und Meinungen gilt im Journalismus immer noch als Tugend. Kein Lehrbuch kommt ohne entsprechenden Hinweis aus und unterscheidet die verschiedenen Darstellungsformen unter anderem anhand ihres Meinungsgehalts. Wobei es selbstverständlich nur um die Meinungen der Autoren bzw. Berichterstatter geht. Denn von anderen vertretene Positionen und Bewertungen sind, unparteilich überbracht, als solche selbst wieder Nachrichten: Dass jemand sich so oder so geäußert hat, ist eine Tatsache. […] Gar nicht so selten zu finden sind allerdings nicht-personalisierte Meinungsäußerungen. Weil sie niemandem zugeordnet sind, erscheinen sie dann wie Tatsachen. Am vergangenen Sonntag moderierte Mitri Sirin den ersten Beitrag der heute-Nachrichten …

ZDF: Versteckte Meinungsäußerungen in Nachrichtentexten Weiterlesen »

Einzelfälle gewinnen an Gewicht. Klage gegen Beitragserhebung erhält Rückhalt vom Richter. Ein Weckruf für die öffentlich-rechtlichen Sender? Für die öffentlich-rechtlichen Sender sind die Klagen gegen den Rundfunkbeitrag allem Anschein noch kein Grund zur Aufregung. Sie werden als Angelegenheit „im Promillebereich“ betrachtet und verbucht. Angesichts von bundesweit 2282 rundfunkbeitragsrechtlichen Verfahren im Jahr 2023, die man 40 Millionen Beitragskonnten gegenüberstellt (FAZ), kann man auf den Gedanken kommen, dass es sich bei den Klagen um wegen ihrer Geringfügigkeit vernachlässigbare Menge handelt. https://www.telepolis.de/features/Dresdnerin-klagt-gegen-Rundfunkbeitrag-MDR-habe-Programmauftrag-nicht-erfuellt-9789966.html

Potenzial für juristische Auseinandersetzungen hätten die von ihr vorgebrachten Vorwürfe durchaus, gibt der Richter ihr zu verstehen. Seit Ende 2023 sei da eine „rechtliche Entwicklung in der Pipeline“. Anknüpfen müsse die Kritik aus seiner Sicht allerdings eher an Paragraf 1 des Rundfunkbeitragsstaatsvertrages, der die Finanzierung der Aufgaben im Sinne des Medienstaatsvertrages sicherstellt. „Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sind bei der Erfüllung ihres Auftrags der verfassungsmäßigen Ordnung und in besonderem Maße der Einhaltung journalistischer Standards, insbesondere zur Gewährleistung einer unabhängigen, sachlichen, wahrheitsgemäßen und umfassenden Information und Berichterstattung wie auch zur Achtung von Persönlichkeitsrechten verpflichtet“, heißt es dort. Wenn diese Leistung strukturell bedingt nicht …

Klage gegen Rundfunkbeitrag Weiterlesen »

Am 4. und 5. Juli 2024 treffen sich in Mainz erstmalig die Mitglieder des neuen Fernsehrats zu seiner 17. Amtsperiode. Wer dem Gremium in den nächsten vier Jahren angehören wird, haben die sogenannten entsendenden Organisationen bereits in den vergangenen Monaten bestimmt. Denn die Zusammensetzung der 60 Mitglieder ist im ZDF-Staatsvertrag und in unterschiedlichen Landesgesetzen geregelt. Neben der sogenannten Staatsbank – zwei Vertreter*innen des Bundes und je eine Person pro Landesregierung – sollen vor allem die 42 Vertreter*innen der Zivilgesellschaft die Interessen der Allgemeinheit gegenüber dem ZDF vertreten und die Vielfalt der Gesellschaft (und damit auch die Gebührenzahlerinnen und -zahler) abbilden. …

ZDF-Fernsehrat konstituiert sich neu Weiterlesen »

Leipzig. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) geht juristisch gegen die sächsische Linke im Zusammenhang mit einem Wahlplakat der Partei vor. Es trägt die Aufschrift „In aller Freundschaft: Jede Klinik zählt“ und entspricht damit im ersten Teil dem Titel der erfolgreichen Arztserie „In aller Freundschaft“ des MDR. Der Sender bestätigte auf Anfrage, dass man eine Unterlassungserklärung an die Partei geschickt hat. Der Titel der Serie sei geschützt, hieß es. Die Partei Die Linke äußerte Unverständnis. Sie versteht das Plakat zur Landtagswahl am 1. September als Botschaft, dass kein weiteres Krankenhaus geschlossen wird. „Es verwundert uns, dass der MDR auf diese Weise gegen …

Wegen „In aller Freundschaft“-Wahlplakat: MDR verklagt sächsische Linke Weiterlesen »