Die Tagesschau hat immer recht

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Dr. Gniffkes Macht um acht

Die Tagesschau hat immer recht
Sie kann keinen Irrtum eingestehen, denn sie reflektiert unser staatliches Selbstbild vom Guten, Wahren, Schönen – in all seiner Unaufrichtigkeit

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Jetzt ist es passiert: Die „Giftgas“-Gräuelmärchen der Tagesschau aus den syrischen Orten Duma und Sarakib sind als fauler Zauber aufgeflogen. Ein unmittelbar an dem Fake beteiligter BBC-Producer hat sie als Inszenierung der „Weißhelme“ beschrieben. Trotzdem denkt die ARD-aktuell-Redaktion nicht daran, sich zu der beschämenden journalistischen Pleite zu bekennen und für den Propagandadreck von damals zu entschuldigen. Sie wird auch insoweit ihrer systemtragenden Rolle gerecht. Anstöße zur Nachdenklichkeit müssen unterbleiben. Schließlich braucht sogar eine so selbstherrliche Regierung wie die unsere ein Mindestmaß an Einvernehmen mit ihrem Wahlvolk – für den Krieg in fremden Ländern.

Wenn die Propagandablase doch einmal platzt, ist das zwar peinlich, aber Gniffkes Qualitätsjournalisten sitzen es aus. Zugeben, dass das Publikum systematisch hinters Licht geführt wurde? Nicht in dieser Welt. Da seien Dr. Gniffke und die deutsche Staatsräson vor. Das ist die Tagesschau-Identität: Regierungströte. Staatsrundfunk.

Meldung am 8. April 2018:
„Am Samstag berichteten mehrere Hilfsorganisationen, die in der Stadt im Einsatz sind, es seien auch Chemiewaffen eingesetzt worden. Nach Angaben der sogenannten Weißhelme und der Hilfsorganisation Syrian American Medical Society (SAMS) wurde Giftgas eingesetzt. Die Helfer vor Ort sprachen von etwa 50 Toten und rund 500 Verletzten. Ganze Familien seien in Schutzräumen erstickt. Das syrische Ärzte-Netzwerk UOSSM bezifferte die Zahl der Todesopfer sogar auf bis zu 150. Von unabhängiger Stelle konnten sämtliche Angaben bislang nicht geprüft werden.“ (1)

Bei dieser Darstellung blieb die ARD-aktuell wider besseres Wissen. Sie korrigierte nichts, sie änderte nichts, sie widerrief nicht. Bis heute. Obwohl angebliche „Opfer“ des „Giftgas“-Angriffs schon unmittelbar nach dem Beschuss die primitive False-Flag-Operation erkennbar gemacht und erzählt hatten, was ihnen wirklich widerfahren war. (2) Obwohl sogar der seinerzeitige US-Verteidigungsminister Mattis vier Tage nach dem Bombardement auf Duma erklärt hatte, es gebe keinen soliden Beweis für einen Giftgaseinsatz. (3) Gesagt war gesagt, die Propagandalüge machte die Runde.

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Programmbeschwerde gegen Weltspiegelbeitrag zum Maidan/Ukraine

Programmbeschwerde: Weltspiegel vom 17.02.2019 zum Thema Ukraine

http://mediathek.daserste.de/Weltspiegel/Ukraine-Die-Karpaten-f%C3%BCnf-Jahre-nach-de/Video?bcastId=329478&documentId=60357308

Wir erheben Programmbeschwerde gegen den Beitrag „Ukraine: Die Karpaten fünf Jahre nach dem Majdan“ aus der Weltspiegel-Sendung vom 17. Februar 2019, wegen Desinformation und fortgesetzter narrativer Interpretation zeitgeschichtlicher Ereignisse.

In Ihrer Anmoderation zur beanstandeten Sendung behauptet Frau Amiri, dass beim Versuch der brutalen Niederschlagung der Proteste über 80 Menschen ums Leben gekommen waren – AUCH von Scharfschützen der Spezialeinheit Berkut erschossen.

Das ist eine Falschbehauptung: Auch fünf Jahre nach dem Massaker auf dem Maidan wurde bislang niemand wegen Tötungsverbrechen an Demonstranten und Polizisten verurteilt. Die wahllosen Exekutionen von Polizisten und Demonstranten durch „Scharfschützen“ begannen am frühen Morgen des 20.02.2014 aus dem Hinterhalt vom Musikkonservatorium und vom Hotel Ukraina aus und zwar nur wenige Stunden nach einer Waffenstillstandsvereinbarung, die Präsident Janukowitsch und die Maidanführer der Opposition unterzeichnet hatten. Den meisten Maidankämpfern wurde in den Rücken geschossen.

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Was geschieht tatsächlich in Venezuela?

Hände weg von Venezuela!

Was geschieht tatsächlich in Venezuela?

Beitrag von Harri Grünberg, AG Cuba Si, Parteivorstand Die Linke

Verschiedene Friedensorganisationen bringen es auf den Punkt, manche Linke hingegen sind desorientiert oder verweigern die Solidarität mit Venezuela. Sie fallen auf die Fake News der orchestrierten bürgerlichen Journaille herein. Worum geht es in Venezuela:

Die USA, die EU und viele europäische Staaten versuchen mit allen Mitteln, in Venezuela einen Regimewechsel durchzusetzen. Putsch- und Mordversuche, Destabilisierung, Sanktionen, Desinformation, Manipulation sozialer Medien, Unterstützung paramilitärischer Organisationen haben bisher nicht vermocht, die venezolanische Regierung zu stürzen (Bremer Friedensforum).

Es geht nicht um Demokratie, sondern um Rohstoffe, und die Linksregierung soll beseitigt werden, weil die einen eigenständigen Entwicklungsweg beschreitet, der sich auf die Zusammenarbeit mit Russland, China, Indien und vielen anderen blockfreien Staaten stützt. Venezuela erfährt jedoch auch Solidarität aus dem globalen Süden. Das Instrument der Zuspitzung soll die vermeintliche „Humanitäre Krise“ sein.

Welches „Verbrechen“ haben die venezolanischen Regierungen unter Chávez und Maduro begangen? Sie haben versucht, die Lebenssituation der armen Bevölkerung zu verbessern. Sie haben versucht, einen Teil des Reichtums des Landes der Bevölkerung zu Gute kommen zu lassen. Die Oligarchie in Venezuela, zwanzig Familien, die sich seit Jahrhunderten Reichtum und Macht im Land teilen, hat begriffen, dass den Armen nur geben kann, wer den Reichen nimmt (Bremer Friedensforum). Das soll wieder verändert werden, und zwar mit Gewalt.

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Das ARD-Manual – Wie man die Leute für dumm verkauft

Dr. Gniffkes Macht um acht

Wie man die Leute für dumm verkauft
Die ARD-Manager ließen sich anleiten, die Selbstdarstellung ihres Vereins zu schniegeln – und nicht etwa das Programm.

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Die schiere Selbstachtung hätte die ARD-Oberen davon Abstand nehmen lassen müssen, aber nein: Ihr anscheinend doch nicht ganz sauberes Gewissen wegen des häufig miesen Programmangebots diktierte ihren Beschluss. Ein Strategiepapier fürs Schönreden musste her. Sie gaben es bei einem Beratungsinstitut in Auftrag. Sie, Repräsentanten des Ersten Deutschen Fernsehens, wollten sich sprachlich aufrüsten lassen für ihren Krieg um die politische Deutungshoheit im Lande. Sie bekamen ein ausgefeiltes Manual. Es rät ihnen dazu, den abgrundtief verlogenen Anspruch „Die ARD ist der verlängerte Arm des Bürgers“ in die Köpfe ihres Publikums zu dengeln. (1) So lange und so nachdrücklich, dass viele bedauernswerte Leute das tatsächlich immer noch glauben.

Die ARD sieht sich mit wachsender Kritik und zunehmendem Ansehensverlust konfrontiert. An die Substanz geht das zwar noch längst nicht, aber es schmerzt. Das Publikum lässt sich nicht mehr alles bieten und reagiert auf bestimmte Programmangebote und -defizite lauter und gereizter. Beispielsweise lässt sich sein begründeter Vorwurf der illegitimen Meinungsmache, der transatlantisch genormten Nachrichtenmanipulation, der antirussischen Hetze, der Regierungshörigkeit und der auch sprachlich-formal grottenschlechten Berichterstattung nicht einfach wegwischen. (2) Doch statt sich Mittel und Wege zu einer deutlichen Verbesserung der Programmqualität zu überlegen, fanden die ARD-Herrschaften es angeraten, sich zwecks sprachlich schönerer Außendarstellung ihres Ladens professionelle Anleitung zu kaufen.

Der Gedanke dabei: Veränderte, edlere Verpackung täuscht auch höherwertigen Inhalt vor, obwohl der gleich bleibt. Ein klassischer Verkaufstrick. So lassen sich mit dem Müll das ARD-Ansehen und der Umsatz steigern. Statt also – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – eigenes Gehirnschmalz auszubraten, ließen sich die ARD-Manager das Haupthaar toupieren. Das Eine hätte dem Programm vielleicht gedient. Das Andere soll Eindruck schinden.

Die Manager beauftragten das in Berlin ansässige „Berkeley International Framing Institute“, die sprachlichen Benimm-Regeln zusammenstellen. Dessen Leiterin, Elisabeth Wehling, ist promovierte Linguistin (3), ihre Spezialität und besondere Eignung für diesen Auftrag kommen im Titel ihres Hauptwerks klar zum Ausdruck: „Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht.“ (4)

Frau Wehling im Gespräch mit Anja Reschke vom NDR:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/Sprache-und-Ressentiment-haengen-zusammen,zapp11596.html Weiterlesen ›

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Schweinejournalismus übers „Tierwohl-Label“

Dr. Gniffkes Macht um acht

Bildquelle: https://fachinfo-schwein.de/schweineproduktion

Schweinejournalismus übers „Tierwohl-Label“

ARD-aktuell macht Reklame für die Bauernlobby und deren Handpuppe, die Landwirtschaftsministerin Klöckner

 Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Wieder einmal hat es eine pure Zirkusnummer in die Hauptnachrichtensendung des Ersten Deutschen Fernsehens geschafft:  Die Tagesschau berichtete über eine Pressekonferenz, auf der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihr Reklameprojekt „Tierwohl-Label“ vorstellte. (1) Das Siegel soll angeblich dazu beitragen, die unsägliche Quälerei in der Massentierhaltung zu reduzieren. Natürlich nur ein bisschen und auf Freiwilligkeit beruhend. Dementsprechend war auch die Tagesschau-Berichterstattung nur ein bisschen informativ. Für den denkenden Verbraucher ein ebenso alberner Täuschungsversuch wie Klöckners dummdreiste Zumutung.

Das Thema Tierschutz kam in jüngerer Zeit wiederholt in den Nachrichtensendungen vor. Offenkundig nehmen Interesse und Sensibilität dafür in der Bevölkerung zu. Wortlaut des neuesten Tagesschau-Beitrags:

„Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner will mit einer Freiwilligen-Initiative die Haltung von Tieren in der Landwirtschaft verbessern. Dazu stellte sie heute ein staatliches Tierwohl-Label vor. Mit ihm soll Fleisch gekennzeichnet werden, bei dem die Tiere besser gehalten werden, als der gesetzliche Mindeststandard vorsieht. (1)

Sehen wir vom miesen Nachrichtenagentur-Deutsch mal ab – „Fleisch, bei dem die Tiere besser gehalten werden“! – , entscheidender ist, worauf das Ganze hinausläuft:

Klöckner hofft, dass Verbraucher bereit sind, hierfür mehr zu zahlen (ebd).

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Untergehen mit Mann und Maas – Per Völkerrechtsbruch soll Venezuela „demokratisiert“ werden

Dr. Gniffkes Macht um acht

Untergehen mit Mann und Maas
Per Völkerrechtsbruch soll Venezuela „demokratisiert“ werden / Große Nebelwerfer und kleine Lichter bei ARD-aktuell

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Die AgitProp-Bastler der ARD-aktuell haben zum Thema „Machtkampf in Venezuela“ bereits soviel Pfusch geliefert, dass ein Ziel ihrer Meinungsmache weitgehend verfehlt wird: darüber hinwegzutäuschen, dass die USA in Caracas putschen lassen. Washingtons Vasallen in Lateinamerika – und in der Europäischen Union – unterstützen die repressive Einmischung. Der Völkerrechtsbruch ist evident, aber die Nachrichtenschreiber vermeiden peinlichst, darüber gründlich zu informieren. Der Propagandakrieg des Westens zielt nicht nur darauf ab, diesen oder jenen Präsidenten, Maduro oder Putin, Xi oder Kim, als das personifizierte Böse darzustellen. Absicht ist, dass am Ende niemand mehr irgendeinem irgendetwas glaubt. Eine Gesellschaft der Orientierungslosen ist einfacher beherrschbar.

Ähnlich, wie Kriege nicht mehr für den Sieg einer Nation über eine andere geführt werden, sondern zwecks Chaotisierens einer ganzen Region, die dann von der internationalen Kapitalelite hemmungslos ausbeutet wird, geht es im AgitProp-Krieg um die Zerstörung von Wertvorstellungen und Wertmaßstäben. Der Rechtsnihilismus wird zur Normalität erhoben, Orientierungslosigkeit zum Regelfall. Am Ende kann beispielsweise die Tagesschau schamfrei einen Regierungssprecher in Berlin mit der Bemerkung zitieren, er wisse nichts Genaueres von Verfassung und Wahlsystem Venezuelas, aber Maduro müsse zurücktreten und Neuwahlen ausschreiben, weil seine Präsidentschaft nicht legal sei. Der Sprecher muss nicht fürchten, dass die Journaille ihn und seinen Dienstherrn dafür öffentlich zur Schnecke macht.

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Zu Gast bei KenFM: GEZ – Was bekommt der Kunde für die Zwangsabgabe?

Beitrag von Maren Müller

Am 19.01.2019 hatte ich die Gelegenheit zu Gast im Talk „Zur Sache“ bei KenFM in Berlin zu sein. Noch von der Partie war Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung und Olaf Kretschmann, der gerade mit seiner Initiative „rundfunk-frei“ ziemlich für Furore sorgt. Sowohl das professionelle Team von KenFM, als auch die Atmosphäre im Studio mit überaus freundlichem (Zufalls-) Publikum und einem – wie immer – perfekt vorbereiteten Moderator machten das Ganze zu einem echten Erlebnis.

Ich möchte meine Anmerkungen zum Projekt „Rundfunkfrei“ von Olaf Kretschmann noch etwas präzisieren, da ich in der Sendung leider die richtigen Worte nicht gefunden habe.

Das Projekt ist optisch und inhaltlich hochprofessionell, klug durchdacht und sympathisch begründet. Insbesondere die Vielzahl der Protagonisten mit bürgerlichem und intellektuellem Background erstaunt. Hat uns doch der Mainstream jahrelang in Bild und Ton vermittelt (und dabei auch schon mal aktiv nachgeholfen), dass nur Spinner und „Reichsbürger“ die „GEZ“ kritisieren. Die Rundfunk-Volksentscheide werden nicht nur den Beitragszwang aufs Trapez heben, sondern auch dringend benötigte Diskursräume eröffnen, was beim derzeitigen Zustand unserer Gesellschaft durchaus überfällig ist.

Denn, würde der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch nur annähernd seine gesetzlichen Pflichten erfüllen, dann hätten wir keine sinkende Wahlbeteiligung, weniger prekäre Arbeitsverhältnisse, bessere Renten, keine Zustimmung für Kriege und imperiales Gebaren und mehr Solidarität innerhalb unserer Gesellschaft. Generell sehe ich daher die ausschließliche Fokussierung auf den Zwangsbeitrag sehr kritisch. Mit den öffentlich-rechtlichen Anstalten haben die anspruchsberechtigten Bürger ein Pfund in der Hand, welches für den Zusammenhalt der demokratischen Gesellschaft nicht zu unterschätzen ist.

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