Der Fall Skripal

Der Fall Skripal

Im Fall Skripal gibt es erstaunlich wenig gesicherte Fakten, dafür aber eine Menge Anschuldigungen von britischer Seite gegen Russland. Da eine vollständige Chronologie des Falles schwer finden ist, werde ich diese hier erstellen.

Am 4. März 2018 gegen 13.40 erreichte Sergej Skripal zusammen mit seiner Tochter Julia das Einkaufszentrum Maltings, sie gingen kurz in den Pub The Mill um danach von 14.20 Uhr bis 15.35 Uhr im italienischen Restaurant zu essen. Danach fühlten sie sich plötzlich schlecht und gingen an die Luft. Der Notarzt wurde um 16.15 Uhr gerufen und um 17.10 wurden die beiden bewusstlos ins Krankenhaus eingeliefert. Auch ein Polizist wurde stationär behandelt, aber noch im März wieder entlassen, während die Skripals noch im Koma lagen.

In den folgenden Tagen gab es wilde Spekulationen, was passiert sein könnte und am 7. März gab die britische Seite bekannt, es handele sich um ein seltenes Nervengift, nannte jedoch zunächst keine Details. Am 12. März gab die britische Premierministerin May dann bekannt, es handele sich um das in der Sowjetunion entwickelte Nervengift Nowitschok.

Es gab in dieser Zeit verschiedene Spekulationen darüber, wo und wann die Skripals mit dem Gift in Kontakt gekommen sein sollen und es wurden hunderte Menschen aufgefordert, die sich am 4. März in der Nähe aufgehalten hatten, ihre Kleidung gründlich zu waschen.

Erst am 28. März wurde bekannt gegeben, dass die höchste Konzentration des Giftes auf der Türklinke des Hauses von Skripal gefunden wurde. Demnach müssen beide Skripals beim Verlassen des Hauses die Türklinke berührt haben und sind dann aber noch über zwei Stunden nach dem Kontakt mit dem Nervengift völlig Symptom-frei in einem Pub und einem Restaurant gewesen, bevor sie sich begannen schlecht zu fühlen.

Nachdem Premierministerin May am 12. März mitgeteilt hat, dass es sich um das Nervengift Nowitschok handelte, beschuldigte sie auch sofort Russland der Tat und stellte Russland ein Ultimatum, sich bis Mitternacht „zu erklären“. Russland wies das Ultimatum zurück und erklärte, nichts mit dem Fall zu tun haben und forderte Proben des Giftes an, um es untersuchen zu können. Russland hat die Briten in der Folge immer wieder aufgefordert, Proben zur Verfügung zu stellen und auch den Mitarbeitern der Botschaft Zugang zu den russischen Staatsbürgern Skripal zu geben, was diplomatischer Usus und in Abkommen geregelt ist. Man stelle sich einmal vor, z.B. die Türkei würde deutschen Behörden den Zugang zu deutschen Staatsbürgern in einem türkischen Krankenhaus verwehren, so etwas ist unvorstellbar. Die Briten jedoch verweigerten den Zugang und verweigern ihn bis heute.

Außer den britischen Vorwürfen war immer noch nichts bekannt, trotzdem griff die Presse in Deutschland die britische Version auf. So schrieb der Spiegel z. B. „“Quatsch“, „Unsinn“, „Märchen“: Moskau weist jede Schuld an der Vergiftung des russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal von sich. Die Taktik ist altbewährt“

Schon die Formulierung der „altbewährten Taktik“ suggeriert, dass nur Russland schuld sein könne, während es über die Beschuldigungen aus Großbritannien hieß: „Der Ex-Spion Skripal wurde in England mit einem Mittel aus Sowjetproduktion vergiftet. London sieht die Schuld bei Moskau und bestellt den russischen Botschafter ein.“

Für den Spiegel war es also sofort klar, dass die britische Position, das Mittel wäre aus sowjetischer Produktion, wahr ist. Allerdings wissen wir heute, dass die Formel für Nowitschok seit 1992 bekannt ist, als ein russischer Überläufer sie weitergab und dass in der Folge viele Länder damit experimentiert haben, unter anderem auch Deutschland, England oder die Tschechei. Es kann also aus den Beständen sehr vieler Länder kommen. Trotzdem schlossen sich als erstes die USA dem Urteil der Briten an und ihnen folgten die Nato und die EU mit ihren Mitgliedern. In den folgenden Tagen kamen die Medien nicht zur Ruhe, allein bei Spiegel-Online erschienen am 12. und 13. März zehn Artikel, die sich um dieses Thema drehten und dem Leser in den verschiedensten Varianten klar machten, dass Russland für einen Giftgasanschlag in Europa verantwortlich sei.

Am 14. März wies Großbritannien dann als Reaktion 23 russische Diplomaten aus, worauf Russland drei Tage später ebenfalls mit der Ausweisung von 23 Diplomaten reagierte. Alleine am 14. März veröffentlichte der Spiegel nun zehn Artikel, die den Fall Skripal zum Thema hatten und alle Russland mehr oder weniger offen als Schuldigen benannten.

Wie gesagt, gab es zu diesem Zeitpunkt nur die Behauptungen der britischen Regierung, der sich andere westliche Regierungen anschlossen. Aber zu diesem Zeitpunkt hatten die Experten der UNO von OPWC noch gar keinen Zugang zu den Skripals oder zu Proben des Giftes. Es gab also keinerlei neutrale Bestätigung. Trotzdem war für westliche Presse und Politik der Fall bereits klar. Russische Forderungen, endlich Zugang zu den Patienten zu bekommen oder die Proben untersuchen zu dürfen, wurden von der Presse nur knapp erwähnt: „Moskau weist jede Schuld an der Vergiftung des russischen Ex-Agenten Skripal von sich. Jetzt will der Kreml den Fall selbst untersuchen – und Kontakt zu Skripals ebenfalls vergifteter Tochter aufnehmen.“

Die Anschuldigungen von May gegen Russland lasen dagegen z.B. so: „Mit ernster Miene tritt May an das Rednerpult. Sie sagt, es sei richtig gewesen, Moskau die Möglichkeit zu geben, auf die Vorwürfe zu reagieren. Doch die russische Regierung sei dieser Aufforderung nicht gefolgt. „Ihre Antwort hat eine völlige Verachtung für die Schwere dieser Geschehnisse gezeigt“, sagt May. „Es gibt keine andere Schlussfolgerung, als dass der russische Staat verantwortlich ist für den versuchten Mord an Herrn Skripal und seiner Tochter.“ Die Giftattacke sei „ein unrechtmäßiger Einsatz von Gewalt durch den russischen Staat gegen das Vereinigte Königreich“ gewesen.“

Wie wir gesehen haben, war das Thema Skripal nun Thema Nummer eins in den Medien, mit allein bei Spiegel-Online bis zu zehn Artikeln pro Tag. Auch am 16. März gab es allein beim Spiegel wieder 8 Artikel zu dem Thema und in einem durfte die Moskau-Korrespondentin als Einleitung schreiben: „Für Großbritannien steht fest: Russland ist für die Giftattacke auf den Ex-Spion Skripal verantwortlich – doch in Moskau zweifeln viele daran. Im Staatsfernsehen läuft die Propaganda auf Hochtouren.“

Die Wortwahl sagt alles: Im russischen Staatsfernsehen lief „die Propaganda auf Hochtouren“, mit dieser Wortwahl weiß der Leser gleich, was er von den russischen Mitteilungen halten kann: Alles Propaganda.

Dabei lief die Propaganda im Westen noch wesentlich hochtouriger. Bei der BBC (dem britischen Staatsfernsehen) und auch in den deutschen Medien. Und wenn beim Spiegel über 30 Artikel zu einem Thema in vier Tagen veröffentlicht werden, was ist das wenn nicht eine Propaganda-Welle? Der Fall Skripal, das zeigt ein einfacher Blick in die Archive der russischen Medien, bekam weit weniger Artikel in Russland, als in der deutschen Presse. Die Propaganda lief tatsächlich, allerdings weniger in Russland als im Westen. Und als drei Tage später, am 19. März, in Russland Präsidentschaftswahlen stattfanden, titelte die Moskau-Korrespondentin des Spiegel über Putin: „Der große Täuscher“

Das nächste Ziel der Briten war es nun, auch andere Länder zur Ausweisung von russischen Diplomaten zu bewegen. Zu diesem Zweck wurden Pressebriefings abgehalten. In Moskau lud die britische Botschaft Journalisten ein und präsentierte die britische Sicht der Dinge in einer Präsentation bestehend aus sechs Seiten, inklusive Coverseite. Diese Präsentation würde in keiner zehnten Schulklasse zu einer genügenden Schulnote ausreichen, war aber für die Briten anscheinend sehr überzeugend. Es lohnt sich, darauf näher einzugehen, weil die Folgen gravierend waren.

Weiterlesen auf Anti-Spiegel…
 

Veröffentlicht in News Getagged mit: , , ,

Nachrichtenunterdrückung Juli 2018

Die Redaktionen von ARD und ZDF werden regelmäßig, sowohl von unserer Initiative, als auch von verärgerten Zuschauern, mit Programmbeschwerden zu deren Berichterstattung behelligt. Häufig wird in den Beschwerden bemängelt, dass wichtige Kontextinformationen entweder komplett unterschlagen oder unvollständig vermittelt werden, sodass die korrekte Einordnung politischen Geschehens für Außenstehende erschwert bzw. unmöglich gemacht wird. Wir möchten über die Gründe dieser Unterdrückung von Nachrichten nicht spekulieren, sondern die Unterschlagung von Informationen lediglich für Sie dokumentieren. Schließlich handelt es sich um eine Verletzung der Verpflichtungen aus den Rundfunkstaatsverträgen, unabhängig und umfassend zu informieren.

Aus unserer Sicht wurden folgende Informationen in den Haupt-Nachrichtenformaten von ARD und ZDF, wie z. B. Tagesschau um 20 Uhr und heute-Journal um 19 Uhr, im Monat Juli 2018 unterschlagen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

„Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“ (André Gide)

Ende Juni

Ein Weltereignis bereitet ARD-aktuell Orientierungsprobleme: US-Präsident Trump möchte mit dem russischen Präsidenten Putin sprechen und schickte US-Sicherheitsberater John Bolton zur Vorbereitung des Gesprächsrahmens nach Moskau. Weltweit wurde umfassend über Boltons Reise berichtet. Er wurde vom russischen Präsidenten im Kreml empfangen, und die Bilder dieser überraschenden und ungewöhnlichen Begegnung flimmerten weltweit über die Bildschirme. Kein Wort in den TV-Nachrichtensendungen Tagesschau und Tagesthemen, tagelang kein Wort (vom 27. bis 30. Juni 2018), lediglich für die Netzaffinen ein verschämter Hinweis auf tagesschau.de

Quelle und weiterführende Links:

https://publikumskonferenz.de/blog/2018/07/02/ein-weltereignis-bereitet-ard-aktuell-orientierungsprobleme/

03.07.2018

Enorme Waffenbestände aus feindlicher Herkunft bei Daraa von Syrischer Armee beschlagnahmt

„Die enormen Waffenarsenale, die als Resultat der „Versöhnungsverhandlungen“ von den Milizen abgegeben wurden, zeugen von einer beträchtlichen Aufrüstung und Unterstützung von außerhalb.
Es zirkuliert die Annahme, wonach die große Menge an Waffen Indiz für einen letzten, schließlich verhinderten Versuch oppositioneller Milizen im Frühjahr sein könnte, die Regierung in Damaskus anzugreifen. Doch muss man gar nicht auf solche Spekulationen eingehen, um den Skandal zu erkennen. Ohne die mit vielen Milliarden gespickte militärische, waffentechnische, politische und mediale Unterstützung der USA, Saudi-Arabiens, Katars, Kuwaits, der Türkei, Großbritanniens, Frankreichs und anderer westlicher Staaten einschließlich Deutschland hätte es diese Aufrüstung radikaler Milizen, die in jedem westlichen Land vor Gericht mit großer Wahrscheinlichkeit als Extremisten eingestuft werden, nicht gegeben.“

Quellen:

https://www.heise.de/tp/features/Wiege-des-Aufstands-Daraa-Syrische-Regierung-feiert-Rueckkehr-4109167.html

03.07.2017

„Syrien ruft seine Bürger, die gezwungen waren wegen Krieg und Terror das Land zu verlassen, dazu auf, heimzukehren“

Damascus, SANA – Syrien fordert syrische Bürger, die durch Krieg und Terroranschläge gezwungen waren, das Land zu verlassen, auf, in ihre Heimat zurückzukehren, nachdem die meisten Regionen, die unter der Kontrolle von Terroristen waren, nun befreit sind. Im Gespräch mit SANA, sagte eine offizielle Quelle des Außenministeriums, dass der syrische Staat alle syrischen Bürger, die durch Krieg und Terroranschläge gezwungen wurden, das Land zu verlassen, dazu aufruft, nach Hause zu kommen. Angesichts der Erfolge der syrischen Armee und der Befreiung vieler Regionen vom Terrorismus, entweder durch Militäroperationen oder Versöhnungen, seien bereits viele Binnenvertriebene in ihre befreiten Dörfer und Gebiete zurückgekehrt.

Quelle:

https://sana.sy/en/?p=141468

Weiterlesen ›

Veröffentlicht in News Getagged mit: , , ,

Niger – Hofberichte voller Doppelmoral

Bilduelle: Bundesregierung/Steins

Dr. Gniffkes Macht um acht

Hofberichte voller Doppelmoral – Berlin schmiert afrikanische Potentaten für menschenrechtswidrige Flüchtlingsabwehr, und die Tagesschau verschleiert den Skandal

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Qualitätsjournalismus vom Allerfeinsten bekommt der deutsche TV-Konsument besonders gerne dann vorgeführt, wenn ARD-aktuell aus Berlin über einen Staatsbesuch „informiert“. Da bewährt sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Verächter demokratischen Selbstverständnisses und erweist sich als regierungsfrommer Staatsfunk. Er vermittelt Bilder und Eindrücke nicht gemäß der Realität, sondern gemäß der Sichtweise, die Bundeskanzlerin Merkel für wählerwirksam und politisch wünschenswert erachtet. Ein delikates Beispiel dafür ist der Beitrag auf tagesschau.de über den Deutschland-Besuch des Präsidenten Issoufou aus Niger am 15. August.

Ebenso höfisch beflissen wie grausame Realität verschleiernd teilte das Erste deutsche Fernsehen auf seiner Seite mit:

„Für die Eindämmung illegaler Migration will Deutschland Niger weitere Hilfsmittel zur Verfügung stellen.“ (1)

Das hätte das Bundespresseamt nicht indifferenter und blumiger formulieren können – falls es sich nicht tatsächlich um die wörtliche Übernahme eines bundespresseamtlichen Textes handelt. Der Satz suggeriert dem Fernsehzuschauer, die Bundeskanzlerin unterstütze ein afrikanisches Staatsoberhaupt finanziell dabei, Ordnung und Recht in dessen eigenem Land herzustellen, was letztlich Deutschland nutze, indem „illegale Migration“, also „ungesetzliche“ Abwanderung von Süd nach Nord strafbar gemacht und somit weitgehend ausgeschlossen wird.

„Schon jetzt kooperiere man bei der Eindämmung der illegalen Migration hervorragend, so Merkel.“ (ebd.)

Tatsächlich verbirgt sich hinter der Wortschöpfung, dass Menschen mit Repression und staatlicher Gewalt an der Flucht bzw. der Durchreise gehindert werden. Fluchtgründe in Niger: Jahrelange Dürreperioden mit der Folge von Hungersnöten. Menschenhandel. Der Terror islamistischer Banden der al-Kaida und neuerdings von Dschihadisten des IS. Die Islamisten infiltrieren die Flüchtlingsströme und rekrutieren unter ihnen zwangsweise Kämpfer für sich. Weiterer Fluchtgrund: Keinerlei Erwerbsperspektiven, denn dazu fehlt es an Infrastruktur.

Niger, zweitärmstes Land der Welt, überwiegend ein Wüstenstaat, hat 20 Millionen Einwohner und mit 6,8 Kindern die höchste Geburtenrate weltweit. Es steht zugleich mit 117 toten Kleinkindern (bis 1 Jahr alt, pro 1000 Geburten) bei der Kindersterblichkeit an der Weltspitze. (2)

Gemäß Humanitärem Menschenrecht dürften die Menschen in Niger nicht gewaltsam an der Flucht gehindert werden. Aber…

… aber die Reisefreiheit in Niger wurde per Gesetz eingeschränkt, weil das, wie der Innenminister des Landes bestätigte, nachdrücklich von der EU gefordert worden war. Demnach hat die EU Pressionen zur Missachtung einer wesentlichen Völkerrechtsnorm ausgeübt – und keiner regte sich darüber auf.

Weiterlesen ›

Veröffentlicht in News Getagged mit: , , , ,

Verherrlicht das Spiel den Krieg?

Programmbeschwerde

Noch während der Bearbeitung dieser Beschwerde wurden wir von aufmerksamen Zuschauern erneut auf eine Fehlleistung des zuständigen Korrespondenten und seiner Anmoderatorin hingewiesen. Es ging dabei um den Kaukasuskrieg, der vor 10 Jahren laut Atalay mal eben so ausbrach. „Schüsse fielen, Panzer feuerten Granaten ab, der Kaukasuskrieg brach aus…“ Wie gewohnt fiel kein aufklärender Satz seitens des Korrespondenten, der Ursache, Schuld, Hintermänner und Verursacher des Konfliktes beim Namen nannte. Im Gegenteil, das Fazit von Ostens lautete:

„Die Bedrohung durch Russland, für viele Georgier ist sie weiterhin real“.

Es kann uns keiner mehr erzählen, dass diese Art der Vermeidung von Information aus Versehen geschieht. Umso mehr ist es zu begrüßen, dass immer mehr Zuschauer aufmerksamer hinschauen und die Storys der ARD-Russlandkorrespondenten mit Vorsicht genießen und hinterfragen. ARD 07.08.2018 tagesthemen

Aber zurück zu unserer eigentlichen Beanstandung:

Der von uns beanstandete Beitrag von Russland-Korrespondent Demian von Osten befasst sich mit dem publikumswirksamen Teil der seit ein paar Jahren stattfindenden „International Army Games“ 2018, dem Panzer-Biathlon, welcher unmittelbar nach der Eröffnungszeremonie in Albino bei Moskau stattfand.

https://www.youtube.com/watch?time_continue=171&v=7BLJFg2AHJk

Ab Minute 14:53 atmet Pinar Atalay tief durch, um auf ein brisantes Thema zu sprechen zu kommen:

„Auf „eine Armee, die seit Jahren an kriegerischen Auseinandersetzungen beteiligt ist….“

Eine solche Armee, so Atalay, schaffe sich auch im eigenen Land nicht nur Freunde. Da könne es helfen, das Wesen von Panzern und Kriegsgerät gegenüber der eigenen Bevölkerung ein wenig nebulös zu zeigen.

Ist die Rede etwa von der Bundeswehr und ihrem Tag der offenen Tür, an dem kleine Kinder auf schwerem Kriegsgerät herumklettern können und auch schon beim Hantieren mit Waffen der Typen G36 und P8, sowie bei der Einweisung an einer Maschinenpistole des Typs MP7 gesichtet wurden? Mit dieser deutschen Art militärischer „Volksfeste“ soll neben der Rekrutierung von (jugendlichem) Nachwuchs natürlich auch um Zustimmung zur aktuellen Militärpolitik geworben werden. Unter Zuhilfenahme von Hüpfburgen und Gulasch- „Kanonen“ versucht man auch hierzulande die Armee „das Wesen von Panzern und Kriegsgerät gegenüber der eigenen Bevölkerung ein wenig nebulös zu zeigen.“

Zahlreiche Friedensaktivisten, Vereine und Verbände protestieren regelmäßig gegen diese PR-Aktionen der Bundeswehr, Probeliegen im Eichensarg inklusive. https://www.jungewelt.de/artikel/333927.probeliegen-beim-tag-der-bundeswehr.html

Aber Pinar Atalay meint  nicht die Bundeswehr. Sie meint auch nicht die NATO, was der durchschnittlich verständige Zuschauer angesichts der Eingangsfloskel „seit Jahren an kriegerischen Auseinandersetzungen beteiligt“ am Ehesten in Betracht gezogen hätte.

Pinar Atalay meint natürlich Russland.

Weiterlesen ›

Veröffentlicht in News Getagged mit: , , , ,

ARD-weiße Westen für Weißhelme

Dr. Gniffkes Macht um acht

ARD-weiße Westen für Weißhelme
Oder: Wie die Tagesschau Propaganda für Terroristenkumpane macht

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Über die mörderische Terroristen-Kumpanei „Weißhelme“ wurde bereits Informatives zuhauf veröffentlicht. Jeder halbwegs kritische Bürger ist sich darüber klar, wer diese angeblichen Samariter sind und welche Rolle sie im Bündnis mit den Mördermilizen im Syrienkrieg spielen. (1, 2, 3, 4) Im vorliegenden Artikel geht es nur noch indirekt um sie. Unser Interesse gilt vor allem ihren systematischen Helfershelfern: der Bundesregierung und den ihr angeschlossenen und gefügigen Massenmedien. „Qualitätsjournalisten“, die es sich zur Gewohnheit gemacht haben, konformistisch und obszön das politisch Missfällige auszusieben und sich zu weigern, sauber zu berichten, was vor ihrer Nase liegt. Wir betrachten folglich eine Sonderform journalistischer Verdorbenheit, erfahrbar vor allem in den Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Angebote der ARD-aktuell, also von Tagesschau, Tagesthemen & Co. stehen hier für den gesamten Rest.

Über die „Weißhelme“ geriet ARD-aktuell häufig ins transatlantische Schwärmen:

„Die Weißhelme sind dort im Syrienkrieg, wo kein anderer mehr hingeht, in umkämpften Gebieten, in belagerten Orten, dort, wo die Gesundheitsversorgung zusammengebrochen ist“,

wussten Tagesschau-Qualitätsjournalisten aus Kairo – 1000 km von Syriens Grenzen entfernt – zu vermelden. (5) Weil auch sie nicht recherchierten, „wo kein anderer mehr hingeht“. Herzzerreißend, wie ARD-aktuell sich der Opfer des syrischen Massenmordens annahm, der Opfer eines angeblichen„Bürgerkrieges“, und wie Tagesschau & Co. permanent hervorhoben, wie abscheulich doch dieser „Machthaber“ Assad im Bunde mit den bösen Russen „Fassbomben“ auf das eigene Volk werfen lasse, auf Krankenhäuser und Schulen; in den Fässern verbotenes Giftgas, … „am schlimmsten betroffen: wehrlose Kinder…“

Weiterlesen ›

Veröffentlicht in News Getagged mit: , , , ,

Das Ukraine-Bild der ARD-Falschmünzer

Bildquelle: president.gov.ua/CC BY-SA-4.0

Dr. Gniffkes Macht um acht

Das Ukraine-Bild der ARD-Falschmünzer

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam

Der Staat Ukraine steht am Rande des Zusammenbruchs. Sein bis ins Mark korrupte Regime des dem Oligarchen Poroschenko hält sich nur mithilfe der USA, der EU und besonders Deutschlands sowie per Kollaboration mit faschistoidem Gesindel mühsam im Amt. Wie lange noch? Der ukrainische Außenmister ließ wissen, monatlich verließen 100000 Ukrainer das Land. (1,2) Und pflichtwidrig schweigt ARD-aktuell (Tagesschau, Tagesthemen & Co.) eisern darüber.

Laut Oleksandr Vilkul, dem Vizevorsitzenden des Oppositionsblocks, haben bisher 8 Millionen Ukrainer ihre Heimat auf der Flucht vor Armut und Arbeitslosigkeit verlassen. Das Land ist mit 13 Milliarden Euro bei der EU und mit weiteren 11 Milliarden US-Dollar beim Internationalen Währungsfond verschuldet. Diese Last wäre nur zu tragen, wenn ihr ein angemessenes Bruttosozialprodukt gegenüberstünde. Wie das Poroschenko-Regime jedoch  die im nächsten Jahr fälligen ersten Rückzahlungsraten aufbringen und seinen Tilgungsverpflichtungen nachkommen will, ist völlig unklar.

Die roten Nullen im Berliner Finanzministerium wissen es offenkundig ebenfalls nicht. Man will angeblich „einen Beitrag zur finanziellen Stabilisierung des Landes leisten“, in Wahrheit  jedoch bedeutet das, dass nichts dergleichen geschieht und das Geld im riesigen Korruptionssumpf verschwindet. Die Westliche Wertegemeinschaft, in anderen Fällen rücksichtslos auf ihren Profit bedacht und darauf, dass ihre Schuldner mit Zins und Zinseszins zurückzahlen, auch wenn das Volk dabei ausblutet, tritt im Fall der Ukraine nicht als gewaltsamer Geldeintreiber auf. Die Pläne zur Ausplünderung des Landes wurden schon vor dem Maidan-Putsch geschmiedet und zielen auf mehr ab als die Unterwerfung unter finanziellen Frondienst.

Die EU und der IWF machen Druck, dass die ukrainische Regierung endlich die Beschränkungen für den Verkauf von Ackerland aufhebt, an dem internationale Investoren der Agrarindustrie großes Interesse haben. Außerdem soll das Ausfuhrverbot für Rundhölzer demnächst abgeschafft werden. Die ukrainischen Wälder dürften bald Vergangenheit sein.

Weiterlesen ›

Veröffentlicht in News Getagged mit: , , , ,

Wie weit geht Putin noch? will BILD wissen und kassiert eine Missbilligung

Bildquelle: Karikatur aus dem Netz, eigenes Foto

BILD hat gemäß Urteil des Deutschen Presserats in einem Bericht über die Causa Skripal gegen die journalistische Sorgfaltspflicht verstoßen. BILD wehrte sich u.a. über Twitter und hat dem Presserat vorgeworfen, „im Einklang mit Russlands Propaganda“ zu agieren. Ob es sich hier um Scheingefechte handelt? Bislang hat BILD die Rügen des Presserates ertragen wie Auszeichnungen für besondere Leistungen.

Die Beschwerde, die ein verärgerter Bürger gegen einen Beitrag, in typischer BILD-Manier aufgemachten, reißerischen Titels, beim Presserat eingereicht hatte, wurde wie folgt formuliert:

„Der von mir benannte Artikel in der Bildzeitung mit der Überschrift „Wie weit geht Putin noch“ verstößt gegen Ziffer 2 des Pressekodexes. Dort heißt es in Absatz 1:

„Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.“

Der in dem Artikel beschriebene Sachverhalt vermittelt dem Leser den Eindruck, dass der Giftgasanschlag in Großbritannien direkt mit Russland und hier im speziellen mit dem Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin zu tun habe. Beweise werden nicht erbracht. Vielmehr wird auch noch im Verlaufe des Textes ein Deutscher Schützenpanzerwagen gezeigt, der „zum Glück noch nicht zu Einsatz kommt“ (Bildunterschrift). (Diese Abbildung schein nicht mehr online zu sein). Die Bildzeitung hat im vorliegenden Fall, ohne konkrete Beweise zu liefern, bei den Rezipienten den Eindruck vermittelt und aus meiner Sicht dafür geworben, dass militärische Schritte in die nähere Wahl einbezogen werden könnten oder sollten. Hierbei verwendet die BILD-Zeitung eindeutig, die in dem Buch von Anne Morelli, Principes élémentaires de propagande de guerre (ISBN 978-3-934920-43-9), aufgeführten 10 Gebote der „Kriegs“Propaganda an. Das dritte Gebot besagt: Der Führer des feindlichen Lagers wird dämonisiert. Im vorliegen Fall kann aus meiner Sicht unbestritten subsumiert werden, dass die BILD-Zeitung sich ohne konkrete Beweise zu liefern, zumindest an Kriegspropaganda erinnernde Berichterstattung betreibt. Ich bitte Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten zu prüfen, welche Sanktionierungsmaßnahmen beim vorliegenden Sachverhalt der BILD-Zeitung auferlegt werden.“

Weiterlesen ›

Veröffentlicht in News Getagged mit: , , , , , ,

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen