Über die Reform des Kultursenders Bayern 2 wurde vorab heftig gestritten. Was ist da eigentlich inzwischen zu hören? Eine Programmbeobachtung. […] Zehn Monate ist es nun her, dass die Kulturwelle des Bayerischen Rundfunks generalüberholt wurde. Zuvor hatte es erhebliche Kritik an den Reformplänen gegeben, intern wie extern. Aufgrund der angestrebten Regionalisierung und Popularisierung der Berichterstattung fürchteten Teile der Redaktion ebenso wie Kulturinteressierte und Künstler eine Verflachung des kulturellen Anspruchs. Die Befürworter argumentierten hingegen, es gebe zu viel Dünkel im Programm. Das müsse sich auch an jene wenden, die kein Abo an den Münchner Kammerspielen haben und sich im Kino eher …

Öffentlich-rechtliches Kulturradio: Der Abholservice Weiterlesen »

Die Änderung der publizistischen Leitlinien erfolgt nach einer Rüge der Ombudsstelle SRG Deutschschweiz. Ein Zusammenhang mit der Abstimmung zur Halbierungsinitiative vom 8. März bestehe nicht, betont SRF. Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) nennt nach Angaben von CH Media künftig konsequent die Nationalität von Täterinnen und Tätern sowie von Opfern. SRF passte seine publizistischen Leitlinien entsprechend an, wie CH Media mit Verweis auf eine interne Mitteilung an SRF-Mitarbeitende schrieb. Der Schritt sei eine «Anpassung an journalistische Realitäten», habe die Chefredaktion darin geschrieben. Ein Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung zur Halbierungsinitiative bestehe nicht, teilte SRF dem Medienhaus mit. Bisher habe SRF …

SRF: Nationalität von Tätern wird zum Standard Weiterlesen »

Das ZDF hat am Sonntagabend im „heute journal“ über Abschiebungen von Minderjährigen durch die ICE-Behörde in den USA berichtet. Dabei sind dem ZDF Fehler unterlaufen, für die sich der Sender entschuldigt. Im Beitrag wurde an einer Stelle KI-generiertes Bildmaterial aus dem Netz verwendet, das Kinder zeigt, die sich an ihre Mutter klammern. Diese Sequenz hätte nach den Regeln des ZDF ohne Kennzeichnung und ohne Einordnung so nicht verwendet werden dürfen. Eine weitere Sequenz, in der ein Kind abgeführt wird, ist zwar real, stammt aber aus einem anderen Kontext aus dem Jahr 2022. Anne Gellinek, stellvertretende Chefredakteurin und Leiterin der Aktualität: …

ZDF entschuldigt sich für Fehler im „heute journal“ Weiterlesen »

ARD und ZDF stehen besonders unter öffentlicher Beobachtung, was die außertariflichen (AT) Gehälter für ihre Führungskräfte angeht. Da wirken die Vorkommnisse vor allem beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) nach, die für erhebliche Kritik sorgten. Beim Südwestrundfunk (SWR) könnte es in Sachen AT-Gehälter demnächst noch Ärger geben. Der Sender arbeitet an einem grundlegenden Umbau. Die Anzahl der Direktionen wird Anfang 2027 von acht auf sechs reduziert. Zwei Direktoren sollen dann aus Altersgründen ausscheiden, obwohl ihre Verträge noch bis ins Jahr 2028 laufen. Es drohen kostspielige Gehaltsfortzahlungen – ohne entsprechende Gegenleistung. Und: Bei zwei anderen Direktoren laufen ab Herbst dieses Jahres die Verträge …

SWR: kostspielige Gehaltsfortzahlungen – ohne entsprechende Gegenleistung Weiterlesen »

– und weshalb die Bruchlinie politisch verläuft. Der Vertrauensverlust junger Menschen in Medien ist kein TikTok-Problem. Er ist ein Systemproblem. Wer die Zukunft der Medien verstehen will, muss deshalb genauer hinsehen. Denn die verbreitete Erzählung – junge Menschen hätten sich von Qualitätsjournalismus abgewandt und würden nun blind sozialen Plattformen vertrauen – greift zu kurz. Zwar folgen nur 15 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Nachrichten „die ganze Zeit“ oder „meistens“ – bei den über 65-Jährigen sind es 62 Prozent. Gleichzeitig geben 76 Prozent der jungen Erwachsenen an, zumindest manchmal Nachrichten über soziale Medien zu beziehen. Bei den Älteren sind es nur …

Nutzung ist nicht gleich Vertrauen: Warum junge Menschen Medien anders bewerten Weiterlesen »

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist längst mehr als ein Medienthema – er ist Projektionsfläche für Grundsatzfragen: Staatsferne, Beitragsgerechtigkeit, Föderalismus, politische Balance. Im Entwurf ihres Regierungsprogramms zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt formuliert die AfD vier konkrete Forderungen: Kündigung der Rundfunkstaatsverträge, Einführung eines steuerfinanzierten „Grundfunks“ nach finnischem Vorbild, mehr Eigenverantwortung für den Mitteldeutschen Rundfunk sowie eine politisch neutrale Aufsicht. Quotenmeter analysiert diese vier Punkte und ordnet sie juristisch, historisch und politisch ein. Die wohl zugespitzteste Forderung lautet: „Sofortmaßnahme: Rundfunkstaatsverträge kündigen.“ Gemeint ist damit ein klarer Bruch mit der bestehenden Struktur, um Reformdruck zu erzeugen. Formal ist eine Kündigung eines Staatsvertrags möglich, da es sich …

AfD-Entwurf zum Rundfunk: Was bleibt bei genauer Analyse? Weiterlesen »

Der „Polizeiruf“ aus Halle schaffte etwas ganz Seltenes. Großes, menschliches Fernsehen der ostdeutschen Gegenwart. Mit der dritten melancholischen Moritat „Der Wanderer zieht von dannen“ macht der MDR sein Revier an der Saale dicht. Ein entsetzlicher Fehler. […] Eine Geschichte, die Meyer und Stuber sich allerdings weniger ausgedacht als aufgesaugt haben aus der ostdeutschen Gegenwart. Aus den Verlorenheiten und Verborgenheiten und Verdrängtheiten. Allein schon deswegen müsste der MDR um das Hallenser „Polizeiruf“-Revier ein Reservat bauen. In der ganzen Sonntagabendkrimilandschaft gibt es ohnehin zu wenige originär dem Osten abgelauschte Erzählungen, die es vermögen, als genau jener gesellschaftliche Spiegel unterschiedlicher Regionen zu fungieren, …

Wie der MDR mal eine Legende schuf – und umbrachte Weiterlesen »